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Mustang I (September 2000 - Februar 2004)

Originalzustand (September 2000)

Vom Hersteller ist mein Gehäuse folgendermaßen geliefert worden (Anmerkung: Die Fotos auf dieser Seite wurden zum Großteil vor vielen Jahren aufgenommen, lange bevor ich mich für die Fotografie begeistern konnte. Deshalb sind sie auch nicht auf dem Niveau der meisten anderen Fotos auf dieser Website.)

Das war mir eindeutig zu langweiliig. Ich wollte mein Gehäuse optisch etwas aufpeppen und habe mich auch lange auf diversen Internetseiten von bereits gemoddeten Gehäusen inspirieren lassen.

Das absolut Wichtigste beim Modden ist die sorgfältige Planung und die Wahl der Werkzeuge und Materialien. Ich habe jede Veränderung am Gehäuse im Vorfeld mit AutoCAD entworfen. Dazu gehört auf jeden Fall ein genaues Ausmessen der betroffenen Teile. Wie schnell kann es sonst passieren dass z.B. das benötigte Bohrloch um ein paar Millimeter versetzt gebohrt wird und dann der Lüfter nicht angeschraubt werden kann.

Im Sommer 2003 habe ich die angesammelten einzelnen Planungsskizzen zusammengefügt und das restliche Gehäuse vermessen und eine maßstabsgetreue Zeichnung des gesamten PCs angefertigt. Das Produkt könnt ihr im PDF-Format hier ansehen.

Icon PDF File
774 KB
Gehäuse.pdf (AutoCAD Zeichnung, DIN A0 XL 1569x841 mm, Stand: September 2003)

Kleine Lüftersteuerung und Banner an der Front (Februar 2001)

Meine erste selber gelötete Lüftersteuerung habe ich in eine 3,5" Schacht-Abdeckung eingebaut (oberhalb des Diskettenlaufwerks). Sie bestand aus nix anderem als 5 Kippschaltern mit denen ich eine beliebige Anzahl von Lüftern (pro Schalter konnten mehrere Lüfter angeschlossen werden) ein- und ausschalten konnte.

Die Idee mit dem Banner an der Front kam mir als ich noch junges Mitglied im AMD Athlon Forum war. Damals hatte das Forum noch ein anderes Design als heute und ich habe den damaligen Frame graphisch etwas umgestaltet und dann in entsprechender Größe ausgedruckt und an die Front meines Gehäuses geklebt. Später musste er dann einem Plexiglasfenster weichen. Das Banner könnt ihr hier als hochauflösende Grafik downloaden.

Icon ZIP File
189 KB
Banner.zip (Hochauflösende Grafik)

Window Mod mit zwei 120er Lüftern und Neonbeleuchtung (März 2001)

Der wohl am öftesten umgesetzte Mod ist der "Window-Mod", eigentlich nix anderes als ein Plexiglas-Fenster in der Seitenwand durch das man in das Innere des PCs schauen kann. Problematisch an der ganzen Sache ist meistens das Ausschneiden der dafür notwendigen Öffnung. Speziell bei meinem Gehäuse stellte mich die Wahl des geeigneten Schnittwerkzeugs wegen des relativ dicken Blechs (gut verarbeitetes Gehäuse) vor unerwartete Probleme. Während die meisten Window Mods mit einem Dremel geschnitten wurden, musste ich zur Stichsäge mit Metallsägeblatt greifen. Vorher habe ich die Ecken der geplanten Öffnung mit einem möglichst großen Bohrer durchbohrt damit ich die Säge ansetzen konnte. Eine Holzleiste - befestigt mit zwei Zwingen - diente mir als Führung für die Stichsäge.

Ich habe mich entschlossen zwei 120er Lüfter zusätzlich ins Fenster einzubauen, erstens sieht es meiner Meinung nach optisch besser aus wenn ein Lüfter im Plexiglas angebracht ist, als im Metall und zweitens sind große kreisrunde Öffnungen ins Plexiglas wesentlich einfacher zu schneiden (Laubsäge mit Holzschneideblatt) als ins Metall. Der Lüfter links oben saugt die Luft direkt von der CPU ab (CPU Lüfter ist ebenfalls saugend montiert) und bläst sie nach draußen, der rechts unten führt Frischluft von außen ins Gehäuseinnere. Die Lüfter wurden mit Standardgittern abgedeckt.

Befestigt habe ich die Plexiglasscheibe nicht wie üblich mit einer entsprechender Gummidichtung (gefällt mir nicht so gut) sondern einfach mit Holzschrauben mit abgerundeten Köpfen.

Diagonal hinter den Lüftern habe ich eine blaue Neonröhre (12V) befestigt die man an der Frontseite mit einem Kippschalter einschalten konnte. Bei drehenden Lüfterblättern scheint das Licht auch durch diese hindurch.

Anbringen von Gehäuselüftern vorn und hinten (März 2001)

Das Anbringen von Gehäuselüftern ist in meinem Fall weniger ein Casemod sondern viel eher eine Notwendigkeit und Folge des Overclockens. Je höher die CPU übertaktet ist, desto höher muss deren Spannung sein und umso mehr Abwärme wird produziert. Deshalb habe ich sowohl an der Front, als auch an der Rückseite des Gehäuses Lüfter angebracht. Die Halterungen dafür waren schon vorgesehen, jedoch haben die vorgebohrten Luftlöcher viel zu viel störmende Luft aufgehalten. Da wird die Wirkung eines Lüfters schnell halbiert. Deshalb habe ich mühevoll kreisrunde Lüfteröffnungen ins Blech geschnitten und Standardlüftergitter mit weniger Luftwiderstand angebracht.

An der Front habe ich einen 92er und einen 80er Lüfter installiert, an der Rückseite genauso. In einem 5,25" Schacht habe ich außerdem 3 40er Lüter montiert um eine dahinter platzierte Festplatte besser zu kühlen. Mittlerweile sind die Platten allerdings nicht mehr dort verbaut.

LCD Display mit Lüftersteuerung und Lichtsteuerung (November 2002)

Ein Mod auf den ich besonders Stolz bin. Mich hat schon immer der Gedanke fasziniert am Gehäuse Temperatur, Lüfterdrehzahlen oder Taktfrequenzen auszugeben. ASUS hatte damals ein Panel im Angebot, welches die entsprechenden Informationen über eine Schnittstelle des Boards auslesen konnte. Leider war mein Board nicht mit dem Panel kompatibel. Irgendwann bin ich dann im Internet auf eine Seite gestoßen, wo einige Casemodder LCD-Displays in ihr Gehäuse eingebaut hatten mit denen über den Parallelport alle nur erdenklichen Informationen ausgegeben werden konnten. Sofort hab ich beschlossen mir das auch zu bauen. Ich habe die Anleitung und den Schaltplan gelesen und die entsprechenden Bauteile gekauft. Zuerst wollte ich das Display in einen 5,25" Schacht einbauen, aber da meine Entscheidung auf ein Display mit 20x4 Zeichen fiel, dessen Platine etwas höher als ein Schacht war, musste ich zwei Schächte dafür opfern. Gleichzeitig konnte ich jedoch eine neue Lüftersteuerung ebenfalls in diese beiden Schächte einbauen. So wurde der besetzte 3,5" Schacht frei wo dann ein internes ATAPI ZIP Laufwerk eine neue Heimat fand.

Die neue Lüftersteuerung sollte noch eine Spur besser werden als die alte. Zwar habe ich die Anzahl an schaltbaren Lüfterkreisläufen aus Platzmangel von 5 auf 4 gesenkt, jedoch konnte ich nun alle Lüfter (pro Schalter konnten natürlich mehrere Lüfter betrieben werden) zwischen 12V/7V/AUS geschaltet werden. Dafür habe ich zweipolige Kippschalter verwendet. Gleichzeitig zeigten mir zweipolige LEDs (rot/grün) an ob die Lülfter mit 12V oder mit 7V liefen. Falls sich jemand fragt wie man in einem Computer am einfachsten auf 7V kommt (natürlich geht es auch mit Hilfe von Widerständen), man hat schließlich nur eine 12V und eine 5V Leitung zur Verfügung, man muss den Lüfter bloß anstatt zwischen 12V+Masse (Differenz = 12V), zwischen 12V+5V (Differenz = 7V) schalten. Der Vorteil der geringeren Spannung liegt übrigens darin dass der Lüfter dann eine niedrigere Drehzahl besitzt, zwar weniger Luft schaufelt aber allerdings auch fast unhörbar ist! Damit konnte ich auf den Einbau von teuren Silent-Lüftern verzichten. Außerdem besteht nun immer noch die Möglichkeit bei größerer Belastung und somit mehr Wärmeentwicklung oder höheren Außentemperaturen die Lüfter voll aufzudrehen.

Das LCD Display hat mit knapp 30 Euro am meisten gekostet, alle Bauteile miteinander jedoch nur etwa 35 Euro. Nachdem das Display wie nach Schaltplan mit dem Parallelport verbunden worden ist, konnte es mit einigen kostenlosen Programmen angesteuert werden. Ich benutze dafür jaLCDs. Es ist meiner Meinung nach hervorragend dafür geeignet, erstens durch die kaum vorhandene CPU Belastung und den großen Funktionsumfang wie z.B. Unterstützung von Winamp und des Motherboard Monitors. Es können also sowohl der aktuell gespielte Titel in Winamp (mit Fortschrittsbalken, Equalizer usw.) aber auch sämtliche Informationen des Motherboard Monitors (Temperaturen, Taktfrequenzen, Lüfterdrehzahlen usw.) ausgegeben werden. Zusätzlich verfügt das Display über eine Hintergrundbeleuchtung welche auch im Dunkeln das Ablesen problemlos möglich macht.

Gravur, Front-Tür mit Front-USB, "Zündunterbrecher" und neue Lichtsteuerung (Dezember 2002)

Ein weiterer Mod der mir unglaublich gut gefällt. Wieder einmal wurde ich durch das Internet dazu inpiriert. Auf einer Casemodding-Seite hab ich gelsesen dass man eine Gravur in Plexiglas durch seitliches Beleuchten mit LEDs in der entsprechenden Farbe zum Leuchten bringen kann. Das hat mich dazu angespornt das aufgeklebte Banner an der Front zu entfernen und durch ein Plexiglasfenster mit Gravur zu ersetzen. Da ich ein hoffnungsloser Ford Mustang Fan bin (ja ich weiß, ich werde nie einen besitzen), war sofort klar dass ich den Schriftzug MUSTANG ins Plexiglas eingravieren würde. Ganz nebenbei bin ich der Meinung dass Casemodder und Autofans einiges gemeinsam haben. Jedenfalls sollte dieser Schriftzug auch ein bisschen ein Hinweis auf Power und Geschwindigkeit sein. Die Umrisse des Schriftzugs habe ich übrigens mit der Spitze eines Zirkels graviert, die Füllung mit einem Dremel und entsprechendem Aufsatz. Beleuchtet wurde dann das Ganze mit 4 LEDs die seitlich ins Plexiglas eingeklebt wurden.

Die Idee mit dem Zündunterbrecher ist mir beim Einkaufen in einem Elektronikfachladen gekommen. Rein zufällig ist mein Blick auf verschiedene Modelle von Schlüsselschaltern gefallen. Früher hatten PCs manchmal einfache Schlüsselschalter um die Festplatte zu sperren. Meistens funktionierte allerdings ein Schlüssel bei allen Schlössern, da dies ja nicht der Sinn der Sache ist habe ich einen etwas besseren Schlüsselschalter gekauft.

Bei abgezogenem Schlüssel (bzw. gesperrtem Schloss) kann der PC nicht mehr gestartet werden. Ich nenne ihn deshalb Zündunterbrecher. Wie ich das gemacht habe, werde ich hier sicher nicht preisgeben ;-) Den Schlüssel habe ich rechts neben dem Powertaster eingebaut, leider war da vorher ein schwarzer Kippschalter für die Neonröhre angebracht. So war ich gezwungen den Lichtschalter an eine andere Stelle zu verlegen. Weil die Arbeit praktisch die selbe war habe ich bei der Gelegenheit eine Lichtsteuerung gelötet, damit konnte ich 3 verschiedene Lichtkreisläufe (pro Schalter mehrere Verbraucher möglich) mit Kippschaltern ein- und ausschalten. Eingebaut habe ich die 3 Schalter unterhalb des Powertasters.

Seit sich der USB mehr oder minder durchgesetzt hatte, gab es immer mehr Komplettsysteme und Gehäuse welche einen Front USB und teilweise auch Front Audio vorinstalliert hatten. Der Front USB ist meiner Ansicht nach eine gute Erfindung, vor allem USB-Sticks und Digitalkameras - eben Geräte welche nicht dauernd am PC angesteckt sind - können so einfach und schnell eingebunden werden. Front Audio hingegen finde ich eher als sinnlos, ein Soundsystem, Boxen oder ein Headset sind im Normalfall immer angesteckt und so ist es auch günstiger wenn die Kabel hinten am Gehäuse unsichtbar verlegt werden können und nicht vorne im Weg liegen.

So habe ich beschlossen mir selber einen Front USB zu bauen, meine Gehäusevorderseite war allerdings schon komplett belegt, es hab praktisch keinen Quadratzentimeter mehr wo ich den Stecker hätte unterbringen können. Die einzige Möglichkeit war aus dem abnehmbaren Vorderteil (um die Lüfter vom Staub zu reinigen) eine Tür zu machen und den USB-Stecker dahinter anzubringen. Lange habe ich nach geeigneten Scharnieren für die Tür gesucht, fündig geworden bin ich in einem Modellbaugeschäft, es handelt sich nämlich um Ruderscharniere die an Modellflugzeugen verbaut werden.

Die einzige Schwierigkeit war eigentlich wieder einmal das dicke Blech meines Gehäuses, ich musste eine viereckige Öffnung für den USB-Stecker ausschneiden. Zuerst hab die Ecken vorgebohrt und dann mit dem Dremel den Rest erledigt, es hat aber trotzdem über eine halbe Stunde gedauert.

Mustang II (März 2004 - März 2009)

Zusätzliche Festplattenrahmen (März 2004)

Der Einbau eines SCSI-Controllers und eines IDE-RAID-Controllers sowie ingesamt 6 Festplatten hat das Fassungsvermögen meines Gehäuses weit überschritten. Es ist zwar ein Big-Tower, jedoch waren von Anfang an nur 2 interne 3,5" Einschübe vorgesehen. Da meine 5 anderen 5,25" Rahmen auch schon vollbesetzt waren (3 optische Laufwerke, LCD-Display) musste ich einen anderen Platz für die Platten finden. Hinter dem LCD-Display hätte man zwar 2 Festplatten mittels Einbaurahmen unterbringen können, jedoch wäre die Kühlung miserabel gewesen.

Deshalb habe ich 2 Festplattenkäfige aus alten PCs ausgebaut und in mein Gehäuse eingebaut. Der eine bietet Platz für 4 Festplatten und befindet sich oberhalb des Netzteiles an der Rückseite. Für die nötige Kühlung sorgt ein 80er Lüfter im Mittelteil des Gehäuses der einen Luftstrom über die Platten nach hinten schickt, ein 92er an der Rückseite sorgt für das Raussaugen aus dem Gehäuse. Der zweite Rahmen bietet Platz für 2 Festplatten und befindet sich vorne unterhalb der 3,5" Einschübe. Für die nötige Kühlung sorgt in diesem Fall ein 92er Lüfter der Frischluft von vorn ins Gehäuse bläst und einer der beiden 120er Lüfter in der Gehäuseseitenwand.

Lackieren (März 2004)

Das Lackieren des Gehäuses war von Anfang an ein lange unerfüllter Traum. Ich habe auf zahlreichen Moddingseiten Anleitungen gelesen aber vor allem das Abschleifen der Metallteile hat mich immer wieder davon abgehalten. Anfang 2004 hab ich dann spontan mit einem Freund beschlossen den PC in unserer WG-Küche im Studentenheim (Fotos weiter unten auf dieser Seite) zu lackieren. Da es sich um ein relativ altes Gehäuse handelte war es geeignet als Testobjekt. Auf das Abschleifen des Lacks haben wir komplett verzichtet. 2 schwarze Spraydosen vom Baumax, mehrere Schichten auftragen, dazwischen eine Trockenzeit von mindestens einer halben Stunde und fertig war das lackierte Gehäuse. Bei den Plastikteilen haben wir als Grundierung einen Plastikprimer aufgesprüht. Wir waren beide vom Ergebnis hellauf begeistert. Kein Abbröckeln, keine matten Stellen, glänzendes Schwarz überall, wir mussten nicht mal einen Klarlack auftragen.

Dieser gut gelungene Testversucht hat mich dazu gebracht dasselbe mit meinem Gehäuse zu versuchen. Ich wollte es zweifarbig gestalten, schwarz für die großen Flächen und chromfarben für die Laufwerksblenden, Powertaster usw. Das mit dem Chrom war ein großer Fehler. Ich wusste nämlich nicht dass es keinen abriebfesten Chromlack gibt, bei jeder Berührung der bereits getrockneten Teile blieb etwas Glitzer an den Händen kleben und die berührten Stellen wurden matt. Enttäuscht von dem Ergebnis habe ich versucht den Lack durch Übersprühen mit Klarlack abriebfest zu machen. Das war zwar auch der Fall, aber leider änderte sich beim Übersprühen die Farbe von Chrom auf mattem mausgrau - eigentlich genau die Farbe die meinen Computer von Anfang an so langweilig machte :-( Schockiert vom Ergebnis habe ich begonnen den Chromlack mühevoll wieder von den Plastikteilen abzuwaschen (die Laufwerksblenden sahen danach furchtbar und mitleiderregend aus) und von vorn zu beginnen. Der Chromlack war für mich gestorben, ich habe mich entschlossen ein schönes Rot als zweite Farbe auszuwählen. Meine Wahl viel auf einen eher dunklen fast weinroten Fiat/Lancia Metallic-Autolack. Besonders nach dem Übersprühen mit Klarlack sahen die Teile in der Sonne unglaublich gut aus! Hier das Endergebnis:

 

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